Liebe ohne Bedingungen

Die 7 Fragen für den erfolgreichen Start

Wir kennen die Bedeutung von Liebe. Das große Wort, das über allen Beziehungen partnerschaftlicher Art steht bzw. stehen sollte. Doch wie ist das mit den Bedingungen, die mit der Liebe verknüpft werden? Lesen Sie mehr über die Auflösung der Erwartungshaltung auf dem Weg in die bedingungslose Liebe.

Die Bedingungen

In einer Beziehung geht es häufig darum, sich vollständig zu fühlen, denn manche Menschen glauben nicht, dass sie wertvoll oder liebenswert sind. Der Partner bzw. die Partnerin wird dann (zum Teil unausgesprochen und unbewusst) mit der Erwartung einer positiven Bestätigung konfrontiert. Zum Beispiel, dass man

  • schön ist oder gut aussieht,
  • etwas gut macht bzw. gemacht hat,
  • geliebt wird,
  • ...

(Die Aufzählungen können auf alle Lebensbereiche beliebig erweitert werden.)

Mit dieser Erwartungshaltung entstehen Bedingungen: Man liebt ihn/sie nur, wenn er/sie die Erwartungen erfüllt. Bleibt die Bestätigung aus, werden Rückschlüsse gezogen, wie z. B.:

  • Ich bin hässlich, zu dick, zu dünn, zu alt, zu klein, zu langweilig, zu …
  • Ich bin nicht gut genug für ihn/sie.
  • Wenn er/sie es nicht aussprechen kann, dann liebt er/sie mich wohl nicht.

Rückschlüsse und Konsequenzen

Solche Rückschlüsse sind weder korrekt noch hilfreich, ziehen jedoch den Selbstwert nach unten. Daraus kann sich nach und nach eine Wut auf den Partner/die Partnerin entwickeln, die nach Konsequenzen schreit, wie z. B.

  • komplettes Ignorieren bzw. nicht mehr Miteinanderreden
  • Liebesentzug
  • provokantes Verhalten

So etwas kann nach hinten losgehen. Eine Spirale von Wut und Gegenreaktion schraubt sich in die Höhe und eskaliert irgendwann.

Heraus aus dem Drama mit 7 Fragen

Will man diese Spirale nicht befeuern, sollte man aus dem Drama aussteigen können. Die 7 Fragen sind ein guter Start, um die gestellten Bedingungen zu erkennen und auszuhebeln.

1. Worauf bin ich wütend?

Schauen Sie hinter Ihre eigene Fassade und seien Sie ehrlich zu sich.

Beispielantwort: Er/Sie hat geflirtet.

2. Welche Erwartung habe ich an ihn/sie?

Damit schauen Sie auf sich und schieben die Schuld nicht ab. Sie übernehmen die Verantwortung und bleiben damit handlungsfähig.

Beispielantwort: Er/sie sollte treu sein.

3. Welche Emotion steckt hinter dieser Erwartung?

Mit Mut und Ehrlichkeit kommen Sie auf Dinge wie z. B. Enttäuschung, Angst, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Ärger, Verletzlichkeit, Betrug usw. Versuchen Sie das Gefühl genauer zu beschreiben.

Beispielantwort: Angst vor Untreue oder Betrug

4. Woher kommt diese Emotion?

Fallen Ihnen mehrere Situationen ein, notieren Sie diese und suchen Sie das Muster dahinter. Mit dieser Erkenntnis können Sie viel Unruhe in Ihrem Leben vermeiden. Falls Sie es nicht erkennen, unterstütze ich Sie gern dabei.

Beispielantwort: Das habe ich schon mal erlebt: Mit … in der Situation …

5. Kann ich die Vergangenheit mit der heutigen Person bzw. Situation vergleichen?

Vergleiche sind nicht immer der beste Weg. Mehr zu den Hintergründen des automatischen Vergleichens finden Sie in meinem Blogbeitrag Das Ego, Teil 2: Der ständige Vergleich.

Beispielantwort: Ja! – Weiter mit Frage 6.

Beispielantwort: Nein! – Direkt weiter mit Frage 7.

Vermeiden Sie an dieser Stelle ein: „Nein, aber…”. Das Wort aber versucht nur, Ihre Befürchtungen schön zu reden und Ihr mangelndes Vertrauen zu rechtfertigen. Bleiben Sie bei einer klaren Antwort und übernehmen Sie die Verantwortung.

6. Hat die Person bzw. Situation vielleicht eine 2. Chance verdient?

Alles ist in einem stetigen Veränderungsprozess. Auch Sie haben sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt.

Beispielantwort: Ja! – Weiter mit Frage 7.

Beispielantwort: Nein! – Frage 7 ist damit hinfällig.

Manchmal sind alte Erlebnisse sehr schmerzhaft und zu dem jetzigen Zeitpunkt kann keine andere Entscheidung getroffen werden. In diesem Fall kann die entstandene Klarheit für ein Gespräch sehr hilfreich sein.

7. Kann ich mich von dieser negativen Erwartungshaltung lösen, um ggf. eine positive neue Erfahrung zu machen?

Beispielantwort: Ja!

Ihre Neugier und Offenheit wird gefragt. Stellen Sie sich dieser Beziehung ohne Vorbehalte. Auch wenn Situationen vielleicht ähnlich anfangen, kann es zu wesentlich positiveren Ergebnissen kommen, wenn Sie keine Negativität hineinprojiziere

Erkenntnisse

Die Antworten machen es Ihnen vielleicht einfacher, aus der Spirale von Wut und Gegenreaktion auszusteigen. Indem Sie keine Energie mehr hineingeben, kann Frieden einkehren und Vertrauen wachsen. Die von Ihnen gestellten Bedingungen werden einzeln angeschaut und eliminiert. So kommen Sie der bedingungslosen Liebe ein gutes Stück näher. Selbstverständlich lässt sich diese Methode auch in Beziehungen zu Eltern, Kindern, Freunden, Kollegen usw. anwenden.

Es liegt in Ihren Möglichkeiten, Ihre Beziehungen in eine neue Qualität zu bringen. Die Liebe ohne Bedingungen setzt Ressourcen frei, die Sie erstaunen werden. Versuchen Sie es. Ich wünsche Ihnen von Herzen viel Erfolg dabei.

Ausblick: Transformieren von Glaubenssätzen

Sie werden vermutlich bemerkt haben, dass einige der aktuellen Erwartungen aus alten Verletzungen stammen, die schmerzhaft waren und vielleicht auch verdrängt wurden. Bis heute begleiten sie unser Leben und brechen immer wieder hervor, um uns darauf aufmerksam zu machen, dass sie gesehen und geheilt werden möchten.

Im nächsten Blogbeitrag Ende Juni stelle ich Ihnen eine Möglichkeit vor, wie Sie alte Überzeugungen und Glaubenssätze in die Heilung bringen. Damit können die Verletzungen aus der Vergangenheit transformiert werden und heutige Blockaden lösen sich auf. Damit ziehen Sie mehr Freiheit, Leichtigkeit und Energie in Ihr Leben.

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Blogbeitrag: Mai 2019 / Bildnachweise: https://pixabay.com/

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